Articles and Reviews from concerts and performances

12 February 2020, Magazin Klassik

Tiepolos Playlist

CD Echoes of the Grand Canal - Diderot Ensemble, Diana Haller

Eine besondere Rolle kommt der kroatischen Mezzosopranistin Diana Haller zu: Sie verfügt über einen harmonischen, kraftbegabten Mezzo von dramatischem Zuschnitt. Gurgelnde Tongirlanden klingen rasant und stimmig, dazu sind eindrucksvolle, im Brustregister basierte Rachegesten zu hören. Größte Salti werden mit Geschmack und Eleganz geboten; dazu sind plastische Registerwechsel zu erleben. Lyrische Schönheit bildet den erforderlichen Kontrast zu all dem – auch hier punktet die Vokalistin entscheidend. Die Intonation ist durchgehend makellos: Angesichts des rasenden Potenzials einzelner Sätze ist das durchaus eine Hervorhebung wert. Instrumental ist viel edle Akkordik zu erleben. In Sachen Tempi ist ein stimmiges Tableau zu beobachten. Der dynamische Spannungsbogen ist denkbar geweitet. Das halsbrecherische Element der Vokallinien ist durch das behände Spiel der Instrumente artikulatorisch glücklich komplementiert.

Dr. Matthias Lange

 

25 January 2020, Stuttgarter Zeitung

Den Himmel aufreißen

Venezia Barocca - Ensemble Diderot und Solistin Diana Haller

Wenn die Wolken in der Höhe in goldenem Glanz strahlen, dann bedeutet das in der Musik meist ein Feuerwerk der Koloraturen. So auch in Johann Adolf Hasses Arie „Alta nubes illustrata“, in der die Mezzosopranistin Diana Haller ausladende Strecken an Vokalartistik vorführt. Immer neue Verzierungen und endlose Tonketten muss sie produzieren, dringt dabei - ganz dem Vorbild des Textes folgend – in extreme Höhen vor und reißt förmlich den Himmel auf. Genau wie es der venezianische Maler Giovanni Battista Tiepolo in seinen gewaltigen Fresken gerne tat. Passend zur stark frequentierten Tiepolo-Ausstellung fand im voll besetzten Vortragssaal der Staatsgalerie dieses Konzert der Hugo-Wolf-Akademie mit Diana Haller und dem Ensemble Diderot statt. […] Das wiederum kam Diana Haller, Publikumsliebling der Stuttgarter Oper und an diesem Abend begeistert gefeiert, entgegen, ermöglichte ihr das doch in Sigismund Martin Gajareks Kantate „Armida disperata“ ein sehr differenziertes Musizieren. […] Große Sprünge quer durch die Stimmlagen, brustige Töne in Altlage, ekstatische Momente und rasende Koloraturen werden verlangt. Die Sängerin Diana Haller, die sich als indisponiert hatte ansagen lassen, beeindruckt mit in allen Registern gerundeter Stimme und großer Bandbreite des Ausdrucks und entfaltet so ein überwältigendes Psychogramm der Figur, das zwischen lebensmüder Verzweiflung und rasender Wut changiert.

Markus Dippold

 

25 January 2020, Ludwigsburger Kreiszeitung

Aus der Playlist eines Barockmalergenies

Venezia Barocca - Ensemble Diderot und Solistin Diana Haller

Mit einer schlechten Nachricht beginnt das erste Galeriekonzert des Jahres im ausverkauften Vortragssaal der Staatsgalerie: Diana Haller sei nicht disponiert, erfahren die rund 400 Besucher – Sängerstimmen sind empfindlich, zumal im Winter. Die gute folgt sogleich: Die kroatische Mezzosopranistin wird trotzdem singen. […] Auch die Motette, deren Libretto sich wie die Beschreibung einer jener Himmelslandschaften anhört, für die Tiepolo berühmt war, entstand in der Serenissima. Äußerst anspruchsvoll ist dieses kurze Werk, dessen Kantilene sich bis zum dreigestrichenen c in die Höhe schraubt. Furchtlos stellt sich Haller, vielfach ausgezeichnet und seit 2010 festes Ensemblemitglied an der Staatsoper Stuttgart, wo sie eben noch als Angelina in „La Cenerentola“ brillierte, dieser Herausforderung, stürzt sich in halsbrecherische Koloraturen, meistert mit enormem Tonumfang auch atemberaubende Sprünge aus tiefsten Lagen. […] Der grandiose Höhepunkt folgte mit Sigismund Martin Gajareks Kantate „Armida disperata“, einem auch von Tiepolo aufgegriffenen Motiv. Hier und in der Zugabe (Vivaldis Motette „In furore instissimae irae“) zeigte sich, dass Haller, wie sie mit dramatischer Verve die Spitzentöne ihrer Da-Capo-Arien attackiert, noch indisponiert eine triumphale Rache(n)göttin ist.

Harry Schmidt

5 January 2020, Online Merker

Staatsoper Stuttgart - La Cenerentola

Ein fast komplettes Opernglück

Viel Spontaneität der überwiegend von mehreren Serien bestens eingespielten SängerInnen trug auch diesmal zum vergnüglichen Ablauf bei. Im Zentrum steht nach wie vor Diana Hallers Angelina, die mit ihrem beweglichen, in allen Registern gleichermaßen profunden und sicheren Mezzosopran der Partie jedes Mal wieder neue Farben in der Phrasierung und im Gestalten von Kadenzen hören und darin eine kluge Künstlerin erkennen lässt, die ihre Rollen einer beständigen Entwicklung unterwirft anstatt auf einmal Erreichtem stehen zu bleiben. Und solange die Koloraturen so sauber und flüssig perlen, lyrische Intimität und leidenschaftliche Bravour gepaart zu einer unaffektierten Interpretation beitragen, wird diese liebenswerte, von ihrem Stiefvater verleugnete arme Seele ihre Glanzrolle bleiben.

Udo Klebes

 

3 December 2019, Bachtrack

Le nozze di Figaro - Cherubino

Prima la musica: Stuttgarter Neuinszenierung von Le nozze di Figaro

Auch bei Diana Hallers Cherubino waren die jeweiligen Geschlechterrollenwechsel szenisch schwer nachzuvollziehen, dafür leistete sie diese Differenzierung stimmlich in jedem Takt. Allein wie sie in ihrer ersten Arie ihrer Verwirrung Ausdruck verlieh, weil sie nicht mehr weiß, was sie vor lauter ständiger Verliebtheit tun soll, war eine stimmliche und charakterisierende Meisterleistung; Spielwitz und gesangliche Perfektion ergaben hier eine perfekte Einheit.

Rainer Zerbst

 

27 November 2019, Forum Opera

CD Echoes of the Grand Canal

Plus belle, lagune

Les lecteurs de Forum Opéra seront plus directement concernés par les trois pages où l’ensemble Diderot s’est adjoint le concours de Diana Haller. Remarquée dans les rôles-titres d’ Aiodante a Stuttgart et de Tancredi a Bad Wildbad, entre autres, cette mezzo-soprano croate possède une voix superbe, dense et dramatique, la splendeur du timbre se combinant à une virtuosité à toute épreuve. L’habitude des planches l’aide sans doute à sculpter la déclamation des récitatifs. Dans les airs, on admire l’engagement d’une artiste qui n’hésite pas à prendre des risques pour offrir une interprétation vraiment enthousiasmante, avec d’impressionnants sauts d’octaves et des aigus où on la sent à la limite de ses possibilités. En tout cas, rien de lisse, rien de tiède, et c’est ce qui fait tout le prix de ce disque.

Laurent Bury

 

4 October 2019, Der Opernfreund

Norma - Staatsoper Stuttgart

Die französische Resistance und der Nazi

Übertroffen wurde sie indes von Diana Haller, die eine ausgezeichnete Adalgisa sang. Sie verfügt über einen wunderbar anmutenden, hervorragend fokussierten, tiefgründig und gefühlvoll klingenden Mezzosopran, der sich in erster Linie durch hohe Ausdruckskraft und eine herrliche Phrasierungskunst auszeichnete. Das war die beste Leistung des Abends!

Ludwig Steinbach

 

September/Oktober 2019,  Orpheus (Page 26)

Bad Wildbad - TANCREDI

Finsternis über Syrakus

Zwei hervorragende Künstler adelten die Aufführung. An erster Stelle muss Diana Haller in der Titelrolle genannt werden. Ihre große Auftrittsarie »O patria, dolce e inrata patria« begann sie mit leisen, sehnsüchtigen Tönen, die folgende Cabaletta »Di tanti palpiti«, eine ganz schlichte Melodie, sang sie mit schmerzlicher Liebe ihres klaren und warmen Mezzos. Dabei konnte sie auch in heroischen Ausbrüchen mit strahlenden Spitzentönen und satter Tiefe prunken. Die Todesszene, in der sie mit wie verwehender Stimme noch gestammelte Wortfetzen wie »ti lascio, quel cor, addio« brachte, berührte tief.

Julia Poser

 

23 July 2019, Pforzheimer Zeitung

Bad Wildbad - Tancredi

Rossinis "Tancredi" mit tragischem Ausgang beim Belcanto-Festival

Vokale Wechselbäder sind es auch, die Opern wie „Tancredi“ zu einem Fest für Freunde „geläufiger Gurgeln“ und virtuoser Akrobatik auf dem Hochseil stimmlicher Kunststücke machen. In Wildbad ist es vor allem die fabelhafte Diana Haller in der Hosenrolle des Tancredi, die diesen Anspruch einlöst. Von triumphierenden Höhen bis in furiose Tiefen beweist sie eine bemerkenswerte Beweglichkeit und farbige Klangkraft ihres fülligen Mezzos, und die Todesszene, in der sie das fahle Verlöschen ihres Lebens in Töne von ergreifender Innigkeit fasst, setzt der Aufführung einen nachhaltigen Schlussakzent.“

Rainer Wolff

 

21 July 2019, Online Musik Magazin

Bad Wildbad - TANCREDI

Ernster Rossini mit bewegend tragischem Schluss

Musikalisch lässt die Aufführung keine Wünsche offen und bewegt sich auf sehr hohem Niveau. […] So realistisch hat man selten einen Helden auf der Opernbühne sterben sehen. Ganz großen Verdienst daran hat natürlich auch Diana Haller als Titelheldin. Mit kämpferischem Mezzosopran glänzt sie in den dramatischen Koloraturen und zeigt in den Läufen enorme Beweglichkeit. Ihr nimmt man es ab, dass dieser jugendliche Held in seinem Männlichkeitswahn derart verblendet ist, dass er die Treue der Geliebten Amenaide bis zum Schluss nicht erkennt und deshalb in seinen eigenen Untergang rennt. Einen musikalischen Glanzpunkt stellt natürlich die berühmte Cabaletta "Di tanti palpiti" dar, in der der verbannte Held seine geliebte Heimat wieder begrüßt. In der Schlusskavatine schafft Haller es, mit immer leiser und schwächer werdendem Mezzosopran glaubhaft zu machen, wie Tancredi langsam sein Leben aushaucht.

Thomas Molke

 

12 July 2019, Online Merker

NORMA - Wiederaufnahme Stuttgart

Mit neuen Kräften

Wobei es ihr die Adalgisa von Publikumsfavoritin Diana Haller nicht leicht macht, doch die kroatische Mezzosopranistin drängt sich bei aller Potenz nie in den Vordergrund, ist ihr in den Duetten eine kollegial mitziehende Partnerin. Dennoch übertrifft sie sie in der Feinheit atemtechnischer Phrasierungskunst, kombiniert spannungsreich helle und dunkle Stimmfarben in der Offenbarung ihres Gefühls-Zwiespalts und durchmisst die breite Tonskala von einer gesättigten Tiefe bis zum strahlend den Raum erfüllenden Höhenregister ohne jegliche Anstrengung und Trübung. Dazu macht sie aus ihrem Temperament in der Auseinandersetzung mit dem zuerst verehrten und dann verachteten Pollione auch körperlich keinen Hehl.

Udo Klebes

 

22 June 2019, Online Merker

Stuttgart: Ariadne auf Naxos

Weibliche Strauss-Wonnen in diskussionswürdiger Szene

 

Diana Haller, nutzt sie im Rahmen ihrer Repertoire-Erweiterung für eine ganz der Rolle würdige, sprich in allen textlichen Details sehr subtil ausgeleuchtete Studie des zwischen Leidenschaft und Verzweiflung kämpfenden jungen Tonsetzers, sowie eine Offenbarung der immer mehr wachsenden Opulenz ihres Mezzos, der sich phasenweise zu Sopranhelle lichtet. Dunkel sonore Tiefen, eine klare und tragfähige Mittellage sowie eine strahlfähige Höhe mit schwebend lyrischen Bögen und ganz frei ausschwingenden Forte-Ausbrüchen verbinden sich zu einer Symbiose, die Richard Strauss seelenvoll harmonische Kantilenen in aller Emphase erfüllen. Wenn sie sich hier am Ende durch den Orchestergraben in die Mitte der ersten Zuschauerreihe durchgekämpft hat, im Rausch der Entrüstung dem Orchester wie entfesselt dirigentische Anweisungen gibt und mit dem letzten Schlussakkord einen juchzenden Schrei loslässt, ist ein spontan entsprechendes Echo des Publikums die bereits in der Luft liegende Folge.

Udo Klebes

 

12 June 2019, Ludwigsburger Kreiszeitung

Stuttgart: Ariadne auf Naxos

Opernjuwel mit glänzenden Debüts

In diesem Endspiel einer Künstlergruppe gegen die Macht der Vermarktung hat der Komponist das letzte Wort: Während die großartige Diana Haller in dieser Mezzosporan-Hosenrolle zuvor mit großem Pathos und diamantener Stimme die Musik als „heilige Kunst“ besungen hat, arbeitet sie sich am Ende durch den Orchestergraben bis zum Dirigenten vor und protestiert verzweifelt gegen deren Profanierung: „Wer hieß mich zerren in diese Welt hinein? Lass mich erfrieren, verhungern, versteinern in der meinigen!

Dietholf Zerweck

 

7 June 2019, Kölnische Rundschau

Ariadne auf Naxos - Philharmonie Köln

Komponist wird zur Kunstfigur

An Stimmen dominierte zunächst der Komponist, gesungen von einer Mezzosopranistin. Besitzt die Oper einen kroatischen Mezzo wie Diana Haller, dann wird der Komponist zur bewunderten Kunstfigur.

Olaf Weiden

 

8 December 2018, Online Merker

Staatsoper Stuttgart - Der Barbier von Sevilla

Hektik und Theaterdonner

Im Zentrum des Geschehens steht bei dieser in jeder Hinsicht gelungenen Produktion die grandiose Mezzosopranistin Diana Haller, die als gewiefte Rosina das Publikum mit ihren in kontrapunktischen Höhenflügen geradezu schwelgenden Koloraturexplosionen völlig in ihren Bann zieht.

Alexander Walther

 

14 November 2018, Augsburger Allgemeine

I Capuleti e i Montecchi - Regie: Diana Haller

Historisches Stadttheater Weißenhorn; Kammeroper zeigt Tragödie in ihrer schönsten Form

Mit der herzergreifenden Arie "O quante volte" erwartet Julia stattdessen ihren geliebten Romeo. In einer grandiosen Hosenrolle erscheint daraufhin Diana Haller als der Angebetete. Die Mezzosopranistin brillierte, auch im Zusammenspiel mit Palaska, überzeugte sowohl mit ihrer Stimme, wie auch schauspielerisch. Durchaus interessant, manche lebendige Regieeinfälle, wie das Singen vor nur zur Hälfte geöffnetem Vorhang oder gar außerhalb der Bühne an verschiedenen Seiten des Saals. Der Besucher hatte mitunter den Eindruck, er sei in das Geschehen eingebunden, ein Teil des Ganzen.

 

 

2 February 2018, Süd West Presse

Toller "klassisch!" - Liederabend

Diana Haller, Samuel Hasselhorn und Marcelo Amaral zelebrieren einen hochwertigen Liederabend mit Werken von Schumann, Schubert, Brahms und Mahler

Wie bist du, meine Königin, / durch sanfte Güte wonnevoll!“ Ja, wahrhaft wonnevoll war es, wie Samuel Hasselhorn dieses Lied von Brahms darbot – und die Königin, die war an diesem Mittwochabend im Stadthaus Diana Haller, die ebenso wonnevoll intonierte. Mit dem Pianisten Marcelo Amaral gaben die Mezzosopranistin und der Bariton in der „klassisch!“-Reihe der SÜDWEST PRESSE in Kooperation mit der Hugo-Wolf-Akademie einen hochwertigen Liederabend. Seit sieben Jahren ist die Kroatin Diana Haller Ensemblemitglied an der Oper Stuttgart, erst am Vorabend hatte sie in „Ariodante“ vier Stunden auf der Bühne gestanden – aber sie liebt auch den Liedvortrag. Schon bei den ersten Schumann-Duetten war klar: Das sind zwei Stimmen, die harmonieren. Es folgten gleich ihr dramatischer „Löwenbraut“-Vortrag und sein machtvoller „Belsatzar“. Drama? Drama! Und zwar mit Schubert: Diana Haller packte den „Zwerg“ an – bemerkenswert, wie gut jede einzelne Silbe zu verstehen war. Bravo-Rufe schon zur Pause. Man kann diesen kraftvollen stimmlichen Vortrag geradezu als Leistungssport bewundern: Diana Haller mit ihrer Intensität, ihrer breiten Ausdruckspalette, ihrem staunenswerten Stimmumfang, Samuel Hasselhorn mit seinem kernigen, mächtigen Bariton. Vier Brahms-Duette sangen die beiden, da schenkte man in „Die Nonne und der Ritter“ Eichendorff-Zeilen wie „Ach, mein Herz ist so beklommen!“ Glauben. „Der Jäger und sein Liebchen“ kosteten sie im vollendeten Miteinander aus. „Von ewiger Liebe“ erzählte Diana Haller dann, und zwar glühend: „Eisen und Stahl, sie können zergehn, / unsere Liebe muss ewig bestehn!“ Hoch amüsant zelebrierten die Drei schließlich Mahler-Lieder aus „Des Knaben Wunderhorn“: nicht nur ein musikalisches, sondern auch ein schauspielerisch-­mimisches Vergnügen mit scheelen oder kecken Blicken. „Die Lieb’ ist noch nicht aus!“ Nein, die Lieb’ war nicht aus.

 

 

6 March 2017, Stuttgarter Nachrichten

Kleider machen Leute

Diana Haller liefert in der komplexen Stuttgarter "Ariodante"-Inszenierung eine Bravourleistung

Von ihnen fordert Händel technische Höchstleistungen, die diese bravourös bewältigen. Eine Freude, dabei Diana Hallers Entwicklung zu verfolgen, die vor einigen Jahren noch Nebenrollen sang und nun auf dem Weg zu einer internationalen Karrier ist. Eine derartige Kombination von Farbenreichtum und Koloraturensicherheit ist selten, und auch darstellerisch legt sie beständig zu: dieser Abend ist vor allem ihr Triumph.

Frank Armbruster

6 March 2017, BR Klassik

Intrigen in Boxring

Händels "Ariodante" in Stuttgart

In der Titelpartie des Ariodante brilliert die Kroatin Diana Haller - nicht nur bei Koloraturengirlanden, sondern auch im herzzerreißend innigen Klagegesang "Scherza infida", mit freundlicher Unterstützung des Solo-Fagottisten.

Volkmar Fischer

 

24 June 2015, Online Merker

Gefühlschaos im Spießbürger-Ambiente

Stuttgart: "COSÌ FAN TUTTE"

Diana Haller, die es bereits bis zur Cover-Besetzung der „Cenerentola“ an der New Yorker Met gebracht hat, verblendet die Register ihres dunkel und hell spannungsvoll nuancierenden Mezzos mit warm sinnlichem Charakter zu einer Perle edler Mozart-Interpretation und spielt über ihr unvorteilhaftes Kleid hinweg mit herzhaftem Zugriff und dennoch gut dosierter Emotion die schnell schwach werdende Dorabella.

Udo Klebes

17 June 2015, Südwest Presse

Große Oper im Minuatur-Format     

Diana Haller ähnelt nicht nur äußerlich der großen Cecilia Bartoli - im Historischen Stadttheater Weißenhorn sang die junge Kroatin von der Staatsoper Stuttgart fulminant die Adalgisa in Bellinis "Norma"

Aber nein, das ist kein Film, keine putzige Parodie, das ist live - und zwar ein berührendes Opernerlebnis. Denn was Heinrich Graf mit dem Verein "Weißenhorner Kammeroper" veranstaltet, ist gleichermaßen Opernwelttheater im Miniatur-Format. Denn da singt, zum Beispiel, Diana Haller in Grafs "Norma"-Spezialfassung die Aldagisa. Die großartige Mezzosopranistin gehört zum Ensemble der Oper Stuttgart, hatte dort gerade als Dorabella in "Così fan tutte" einen Riesenerfolg, wird im Sommer als Ines in Verdis "Trovatore" bei den Salzburger Festspielen gastieren und überhaupt mit ihrer funkelnd-farbenvollen wie zupackenden Koloraturstimme noch eine Top-Karriere machen. Und dazwischen: Weißenhorn. Kompliment also an Heinrich Graf für sein Sängeraufgebot - und Applaus gab's einen derart frenetischen wie in größten Häusern.

Jürgen Kanolt

 

12 June 2015, Der Opernfreund

COSÌ FAN TUTTE

                      Big Brother, Sartre und Nietzsche oder Grüße vom Murmeltier

 

Übertroffen wurde sie indes von Diana Haller, die schon darstellerisch eine sehr intensive, gefühls- und temperamentmäßig äußerst wandelbare Dorabella war. Und dann erst gesanglich: Der Reichtum an Farben und Nuancen, den ihr warm und tiefgründig geführter, bestens verankerter Mezzosopran aufwies, war in hohem Maße ansprechend und legte die Vermutung nahe, dass man von dieser famosen jungen Sängerin in Zukunft noch viel erwarten kann.

Ludwig Steinbach

 

5 June 2015, Bachtrack.com

Erotische Turbulenzen im Wohnsilo

Così fan tutte an der Oper Stuttgart

 

Die andere Schwester Dorabella ist eher wagemutig, und in der späteren Verführungsszene lässt sie es mit dem erotisch enorm fordernden Guglielmo gefährlich weit kommen. Diana Haller füllte die Rolle auch vokal glänzend aus. In ihrer erste Arie, einem einzigen Ausbruch von Frust und Wut, schmiss sie schon mal einen Blumentopf gegen die Wand, blieb aber stimmlich vollkommen kontrolliert und präzise. Mit vitaler Spielfreude gepaart wartete sie stimmlich mit wandlungsfähigem Ausdruck und großem Farbenreichtum auf.

Christoph Wurzel

 

2 June 2015, GB Opera Magazine

Staatsoper Stuttgart: "Così fan tutte"

 

Diana Haller, dopo la sua splendida Cenerentola, ha offerto un’ altra prova di classe, sfoggiando mezzevoci timbrate unite a un bel legato e riuscendo perfettamente a rendere quel tono di voluttosa civetteria che è la sigla caratteristica di Dorabella.

Gianguido Mussomeli

1 June 2015, Stuttgarter Zeitung

So fummeln sie alle

"Così fan tutte" in Stuttgart

 

Welch Glück, dass die Stuttgarter Inszenierung Sänger besitzt, die dies vermitteln können. Das gilt vor allem für die Protagonistinnen Mandy Fredrich (Fiordiligi) und Diana Haller (Dorabella). Beide entwerfen ihre großen Arien als berührende Seelenschauen zerrissener Frauen: imponierend Diana Haller mit bestechender Intonation, wunderbaren Pianissimi und einer dezenten geschärften Höhe, die durch Mark und Bein geht.

Frank Armbruster

23 March 2015, La voce del popolo

L´esordio di Diana Haller con virtuosismo e simpatia

Una musicista completa

È stato accolto nel più caloroso dei modi il concerto della giovane mezzosoprano Diana Haller, che sabato sera ha felicemente debuttato nel Teatro della sua città natale con un programma tanto stilisticamente variegato quanto impegnativo da un punto di vista musicale e dell’interpretazione.

Sul palcoscenico dell’Ivan de Zajcl’Orchestra dell’Opera diretta dall’eccellente Maestro Ville Matvejeff e, come ospite, il soprano Larissa Ciulei, in un’alternanza di numeri strumentali e arie (duetti) d’opera.

La serata ha offerto la soddisfazione di sentire una giovane cantante concittadina che si sta affermando con successo in ambito internazionale e, d’altro canto, di udire ouvertures d’opera di rara esecuzione, oppure addirittura presentate al TNC “Ivan Zajc” per la prima volta.

Una musicista complete

Di Diana Haller dobbiamo innanzitutto rilevare il fatto che è una musicista, un’abile pianista, per cui la logica, la comprensione e la cultura musicali stanno alla base del suo cantare, e ciò si nota eccome; nella complessiva musicalità della lettura del brano, nella levigatezza e cura di ogni singola frase, nella disinvoltura e pulizia delle colorature, dei trilli, delle scale, nei salti d’intervallo, come pure nella conoscenza delle caratteristiche di stile di ogni brano. A ciò si aggiungano la buona dizione, le belle qualità sceniche, una vocalità fluida e lirica, e il ritratto di questa cantante emergente ci sembra bell’e fatto.

Nella prima parte del concerto è stato dato ampio spazio al barocco, a Haendel in particolare, con l’ouverture “Musica per i fuochi d’artificio” (eseguita in precedenza in forma cameristica e in altra sede dall’“Orchestra da camera di Fiume”), la cui magniloquenza e regalità sono state ben rilevate dal corpo orchestrale, che l’altra sera si è rivelato particolarmente in forma sotto la bacchetta di Matvejeff.

Con “Va tacito e nascosto” dal “Giulio Cesare in Egitto” e “Stà nell’Ircana” dall’”Alcina” di Haendel, come pure in “Parto, parto” dalla “Clemenza di Tito” di Mozart, Diana Haller ha dato prova di ottima agilità e piacevolezza vocale, affrontando con decisione i virtuosismi canori e conferendo giusta espressione e umanità ai personaggi pure nei recitativi.

Emozionanti duetti

Il momento più emozionante nella prima parte è stato certamente il duetto di Romeo e Giulietta “O tu, mia sola speme” dai “Capuleti e Montecchi” di Bellini, in cui le voci di Haller e del soprano rumeno Larissa Ciulei (la ricordiamo come Tatjana in “Evgeni Onjegin”) si sono piacevolmente fuse in un partecipato sentimento d’amore. In quest’occasione la Haller si è dimostrata anche come attrice di talento. Ricorderemo che “I Capuleti e Montecchi” fu eseguita per la prima volta a Fiume nello stupendo Teatro Adamich nel lontanissimo 1835 (!), ed è un’opera che certamente – complice il “mito” di Romeo e Giulietta – ascolteremmo molto volentieri nel nostro Teatro. Il secondo duetto della serata era tratto dalla “Norma” di Bellini “Mira, o Norma” nel quale le due giovani cantanti con grande intesa e una purezza musicale tutta belliniana, nei “legati” della nobile cantilena come nella “caballetta”, si sono guadagnate i calorosi favori del pubblico. “Norma” fu rappresentata nel capoluogo quarnerino per la prima volta nel 1836.


La celebre “Mon coeur s’ouvre à ta voix” dal “Samson et Dalila” di Saint-Saens è stato l’impegno di Diana Haller nella seconda parte della serata, aria con cui ha avuto occasione di modulare la sua voce flautata e omogenea. Con “Una voce poco fa” la Haller ha brillato in virtuosismo e simpatia riscuotendo le ovazioni del pubblico, tanto da concedere un delizioso “Voi che sapete”, l’aria di Cherubino e un’ammaliante “Granada”.

 

Il pubblico, che ha sbigliettato il teatro, ha applaudito a lungo Diana Haller e tutti gli esecutori.                      

                                                                                           Patrizia Venucci Merdžo

 

 

9 August 2014, Rheinpfalz

Die Virtuosität der menschlichen Stimme

"Diana Haller hat ein Stradivari in der Kehle" Liederabend der Mezzosopranistin Diana Haller und der Pianistin Barbara Baun

Was die beiden Künstlerinnen mit ihrem Wolf-Schumann-Programm in der Protestantischen Kirche boten, war schlicht beglückend und hätte jedem traditionsreichen Konzertzyklus einer Metropole oder Festival zur Ehre gereicht.
Zunächst: Eine derart schön gefärbte, glanzvolle Mezzostimme wie diejenige, über die Diana Haller verfügt, hat absoluten Seltenheitswert. Die in Rijeka geborene junge kroatische Sängerin – in Triest, London und Stuttgart ausgebildet, dort Ensemblemitglied der Staatsoper und am Anfang einer bedeutenden internationalen Laufbahn stehend – hat eine Stradivari in der Kehle. Dieses prachtvolle Instrument wird mit vollkommener Meisterschaft beherrscht. Die Linienführung blieb im Kirchheimer Konzert durchgehend makellos, jede Regung, jede noch so kleine Abtönung war perfekt kontrolliert, wobei Haller die gewaltige, opernhafte Klangfülle ihres Organs stets behutsam zurückzunehmen verstand. Ihre Pianokultur wirkte ungemein beeindruckend, ganz besonders durch Schattierungsreichtum. Säuseln können nicht wenige Sänger, die von Haller gebotene Vielfalt der Zwischentöne, -farben und Übergänge oft auf engstem Raum sprach indes für außerordentlich verfeinerte Sensibilität.
Am bestechendsten freilich wirkte die unerhört differenzierte Musikalität der jungen Mezzosopranistin, die in Stuttgart unter anderem in Rossinis Oper „La Cenerentola“ begeistert hat. Sie überzeugt mit Eleganz und expressivem Nachdruck in ihrem Vortrag. Dabei garantiert sie stets größte Textverständlichkeit und sorgt so auch für eine kontinuierliche Spannungslinie und erfüllte Momente. Zu vernehmen gab es dabei immer wieder wahre Herztöne. Den Titel des letzten Stücks aus Schumanns „Kinderszenen“, „Der Dichter spricht“, paraphrasierend, könnte man sagen, „die Dichterin sang“.
Erinnert sei an die feinen, leisen, schmerzlichen Töne in Schumanns „Stille Tränen“ und in „An eine Äolsharfe“ von Wolf oder an den Charme, den Haller bei „In dem Schatten meiner Locken“ aus Wolfs „Spanischem Liederbuch“ verströmt hatte. Diesen Liedern standen die vor Leidenschaft bebenden, unverstellt dramatischen Töne von Schumanns „Lust der Sturmnacht“ und „Verschling’ der Abgrund“ aus Wolfs „Italienischem Liederbuch“ gegenüber. Lebhafter Beifall am Ende des Konzerts und zwei Zugaben: „Lehn’ deine Wang’“ von Schumann und die Wiederholung von „Verschling’ der Abgrund“.

                                                                                         Gabor Halasz

   

2 Juli 2013, Badische Zeitung

Gioacchino Rossinis "La Cenerentola" in Stuttgart

Aschenputtel hat Kurs auf die Emanzipation genommen

Es herrscht eine mitreißende Spielfreude auf dieser Szene, ein kollektiver Elan, sich in diesen nicht nur vordergründigen Gagstorm zu integrieren. Vor allem schickt Stuttgart eine hauseigene Cenerentola ins Rennen: die 26-jährige Kroatin Diana Haller. Sie ist das phantastisch begabte Gegenstück zur ganz artifiziell-virtuosen Rossini-Primadonna Cecilia Bartoli: ein sehr heller, ungemein leuchtend-expansiver Mezzosopran, der beides bis zur Perfektion beherrscht – die Liedschlichtheit wie die auftrumpfende Koloratur-Brillanz. Sie ist kein Heimchen am Herd, sondern eine ganz und gar selbstbewusste Person.



6 Juli 2013, Neues Deutschland

Flucht vor dem Imperium

Andrea Moses inszenierte Giacchino Rossinis "La Cenerentola" an der Staatsoper Stuttgart

Eine junge, grandios spielfreudige und musikalisch vorzügliche Besetzung realisierte Rossinis Zauber der Kantilenen und Koloraturen. Überwältigend in der Titelpartie Diana Haller, gerade vom Opernstudio ins Ensemble übernommen. In ihrer Körperlichkeit und natürlichen Ausstrahlung, mit ihrem Stimmglanz und ihrer Koloraturenvirtuosität erinnert sie an die junge Cecilia Bartoli, übertrifft sie sogar mit lyrischen Pianokünsten in höchsten Höhen. Wunderbar wie sich ihr Aschenputtel die Koloraturen förmlich erobert, um schließlich triumphierend darin zu jubeln.

Irene Constantin

29 Januar 2013, Der neue Merker

STUTTGART: ALCINA – “Tummelplatz der Ängste und Hoffnungen” unstrittiger erster Platz

Belebender Nachwuchs

Zum begeistert akklamierten Mittelpunkt der Aufführung mauserte sich die aus dem Opernstudio hervorgegangene Mezzosopranistin Diana Haller. Dem hin- und hergerissenen Ruggiero verleiht sie das jugendliche Feuer, einen jungmännlichen Charme und die warm sämige Prachtstimme, die dieser Part benötigt, um sich neben der Titeldarstellerin behaupten zu können. Dass sie all den immensen Anforderungen zwischen halsbrecherischen Koloraturen und leicht tragenden Legato-Bögen, dem furiosen wie auch dem reflektierenden Aspekt dieser Rolle so vollumfänglich gerecht wurde und allenfalls in einigen kurzen Momenten an die Grenzen ihrer derzeitigen Möglichkeiten geriet, nötigt in Anbetracht ihres jungen Alters größten Respekt ab. Auf ihre „Cenerentola” am Ende der Spielzeit darf man höchst gespannt sein.

Udo Klebes

9 Oktober 2012, Stuttgarter Nachrichten

Ein unstrittiger erster Platz

Die Hugo-Wolf-Akademie hat die Preise vergeben: Eindrücke vom Wettbewerb für Liedkunst

Eine Bilanz die sich sehen lassen kann: Im 8. Wettbewerb für Liedkunst seit 1987 meldeten sich bei der Hugo-Wolf-Akademie mehr als 50 Liedduos aus 30 verschiedenen Nationen.

 

Ganz unstrittig den ersten Preis repräsentierte das Liedduo Diana Haller (Mezzo-sopran) und Katharina Landl (Klavier). Die gesamte Skala von lyrisch bis dramatisch steht der 25-jährigen Diana Haller stimmlich zur Verfügung, und aus diesem Bewusstsein entfaltet sie eine Sicherheit des Gestaltens und der Darbietung, die man in dieser Altersgruppe nur ganz selten vorfindet. Welch vielfarbene Ausdruckscharaktere trafen beispielsweise bei Hugo Wolf „Der Genesene an die Hoffnung“ zusammen, wie beeindruckend konzis ihre Stimme bei Schuberts Der Geistertanz. Von Diana Haller, so gleichwohl der feste Eindruck an diesem Abend wird man noch hören.

 

Wer weiß - vielleicht vermag sie eine ähnliche Entwicklung zu nehmen wie Birgid Steinberger, die 1990 Preisträgerin dieses Wettbewerbs war und heute zu den renommiertesten Sängerinnen der Zeit gehört.

Hermann Wilske

 

9 Oktober 2012, Stuttgarter Zeitung

Lauter Damen aus gute Hause

Das Preisträger Konzert ehrt in Stuttgart die Gewinner beim Gesangswettbewerb der Hugo-Wolf-Akademie

In diesem Sinn war es vollkommen gerechtfertig, dass die sechsköpfige Jury um den Vorsitzenden Peter Schreier den ersten Preis an die kroatische Mezzosopranistin Diana Haller und die aus Österreich stammende Pianistin Katharina Landl verliehen hat. Denn die beiden bilden ein Duo, wie man es sich für diese anspruchsvolle Kunstform wünscht. Hugo Wolfs Mörike-Vertonung „Der Genesene an die Hoffnung“ war das Paradebeispiel für ein Musizieren aus einem gemeinsamen Atem. Fahle Farben schlägt die Pianistin in den ersten Takten an, bereitet das Feld für den verschleierten Einsatz der Sängerin. Dann schwingen sie sich in perfekter Verschmelzung auf zum fanfarenartigen Ausbruch des „bis der Sieg gewonnen hieß“.

 

Immer wieder verblüfft die 25-jährige Haller durch den Farbreichtum und enormen Umfang ihrer Stimme. In satte Kontraalt-Tiefen steigt sie ebenso, wie sie gerundete Höhen in Extremlage meistert. Wie bei ihr die Textverständlichkeit nahezu makellos ist, so ist bei ihrer Klavierpartnerin die Technik exzellent, wie sich insbesondere bei Franz Schubert stürmisch bewegtem „Willkommen und Abschied“ zeigt.

 

Auch das Führungsduo der Stuttgarter Oper, Jossi Wieler und Sergio Morabito, dürfte das mit einigem Stolz gehört haben, ist die junge Sängerin doch seit zwei Spielzeiten Ensemblemitglied. Dotiert ist dieser erste Preis mit 15 000 Euro, wichtiger dürften aber die Konzertverpflichtungen sein, die sich daraus ergeben. Denn bei aller Begeisterung an diesem Tag und dem allfälligen Beschwören einer Gattung, die von manchen schon für tot erklärt wird, geht es bei so einem Wettbewerb darum Künstler zu finden, die auf dem Konzertmarkt bestehen können. Gerade Liedinterpreten haben es inzwischen schwer, Liederabende sind oft Verastaltungen für einen kleinen Kreis von Freunden und Kennern, und selbst renommierte Institutionen wie die Wolf Akademie haben Schwierigkeite, die Konzertsäle zu füllen.

 

Nimmt man das als Voraussetzung, ist es auch nachvollziehbar, dass die Jury keinen zweiten Preis vergeben hat, sondern zwei Paare mit Abstand hinter den strahlenden Siegerinnen auf dem dritten Rang platziert hat.

 

Markus Dippold

 

26 Juli 2012, Augsburger Allgemeine

Macht und Liebe auf der Opernbühne

Weißenhorner Kammeroper bringt Auszüge aus Mozart, Puccini und Leoncavallo

In der Hosenrolle des Sestos brillierte Mezzosopranistin Diana Haller (derzeit Staatsoper Stuttgart) und formte mit Sopranistin Larissa Ciulei (in der Rolle der Vitellia) ein ausdruckskräftiges Duett. Die halbszenische Aufführung bereitete dem Publikum ganzen Genuss; subtil begleitet von Tilo Lange am Klavier kredenzten die Sängerinnen zwischen inniger Aria und konfliktgeladenem Forte die besten Ausschnitte aus „Tito“. Als Ganzes gehört die Oper zwar nicht zu den absoluten Glanzstücken mozartischer Eleganz – hier und da wähnt man den Meister gar bei einer Selbstkopie zu ertappen – aber die Arien zeigen Mozart auf der Höhe seiner Kunst, machen den Auftritt der Sängerinnen zum Vergnügen.

 

Als Musette (Boheme - Leoncavallo) gefiel einmal mehr die mit eleganter Kraft singende Diana Haller – und wiederum gilt, wenn man Puccinis und Leoncavallos Arien vergleichen will: Wohl der (Kammer-)Oper, die solche (Mezzo-)Sopranistinnen hat.

Florian L. Arnold

 

 

20 April 2012, Rhein-Neckar-Zeitung

Reife Farben, großer Ausdruck

Heidelberger Frühling: Konzert der "Lied Akademie" in der Alten Aula

 

Eine schön gefärbte, schlank und schlakenlos geführte Stimme ließ Diana Haller hören bei Liedern von Charles Koechlin und Joseph Marx. Mit perfekter Stimmkontrolle und wunderbarem Registerausgleich verband sie Klang und Ausdruck, wandlungsreich vom geheimnisvollen Pianissimo ins glühende Forte einschwenkend. Da reift sicher eine ganz große Sängerin heran. Vor zwei Jahren schon wurde die gebürtige Kroatin jüngstes Ensemblemitglied der Staatsoper Stuttgart.

Rainer Köhl

 

5 Januar 2012, Der Neue Merken

Stuttgart: "Le nozze di Figaro"

mit funktionierendem Ensemble

 

Bereits zu einem Publikums-Liebling hat sich die aus dem Opernstudio hervorgegangene Diana Haller entwickelt – ihr Cherubino ist mit erfrischender Unbefangenheit und dem jugendlich beherzten und rollengemäß gefühlserregten und dennoch kontrolliert linienklaren Einsatz ihres Mezzos eine einzige Freude.

Udo Klebes

 

22 Dezember 2011, Stuttgart Nachrichten

Tür auf, Tür zu

An der Stuttgarter Oper ist Nigel Lowerys verspielt-überdrehte „Figaro“-Inszenierung in neuer Besetzung zu erleben

 

Als Cherubino kommt Diana Haller, die erst zu dieser Spielzeit vom Opernstudio fest ins Ensemble wechselte, mit den großen Fußstapfen von Claudia Mahnke und Maria Theresa Ullrich, glänzend zurecht: Ihr packendes pubertäres Wüten und Verzweifeln wird getragen von einer sauber geführten, beweglichen, weichstrahlenden Stimme. Das Publikum bejubelt das junge Mezzoglück fast ebenso lange wie Stuttgarts neue Sopranfarbe... Welch eine Entdeckung!

Susanne Benda

 

September/Oktober 2011, Das Journal 

Die Sängerinnen und Sänger von Händels spätem Meisterwerk

 

In der Wiederaufnahme von Händels Alcina stehen neben den Ensemblemitgliedern Marina Prudenskaja, Michael Ebbecke und Diana Haller mit Sophie Marilley, Ana Durlovski und Stanley Jackson gleich drei neue Mitglieder des Stuttgarter Sängerensembles auf der Bühne. Die griechische Sopranistin Myrto Papatanasiu gastiert mit ihrem Rollendebüt als Alcina erstmals in Stuttgart.

 

Diana Haller (Oberto)

„Ich fahre viel Fahrrad und müsste eigentlich noch mehr Sport machen“, erzählt Diana Haller von ihren Vorbereitungen auf die Partie des Oberto in Händels Alcina. Es geht darum, die Muskeln zu trainieren, die Bauchmuskulatur zu kräftigen, um die schnellen, furiosen Koloraturen zu bewältigen, wie sie etwa die letzte der drei Arien des Oberto verlangt. Diana Haller liebt die Musik des Barock, diese ganz besondere Energie darin, die aber auch Anklänge an „Belcanto-Phrasen“ nicht ausschliest – diese entdeckt sie etwa in Obertos erster Arie „Chi m’insegna il caro padre“. Und sie schwärmt von Händels Musik im Speziellen – „Händel ist ein Genie! Seine Musik kann ich auch in dreisig Jahren noch singen, ohne dass mir jemals langweilig wird.“ Mit Oberto, einem Jungen, der seinen Vater verloren hat, mitten in der Pubertät steckt und dessen „Ersatzeltern“ Morgana und Oronte vor lauter eigenen Problemen keine Zeit für ihn finden, verkörpert Diana Haller eine Hosenrolle, was sie spannend findet: „Man hat auf diese Weise ein doppeltes Leben, kann auf der Bühne etwas ganz anderes ausprobieren.“ Besonders mag die Kroatin mit italienischen Verwandten Obertos Arie am Ende, wenn er sich gegen Alcina – die vielleicht sogar seine leibliche Mutter ist - auflehnt und sich weigert, seinen ihm in verwandelter Gestalt entgegentretenden Vater zu töten:„Das entspricht am meisten meinem Temperament.“

 

 

Diana Haller selbst ist noch jung, zwischen den Proben hetzt sie in die Hochschule, um ihre Stunden zu nehmen. Dass sie dennoch, seit vergangener Spielzeit, schon im Ensemble eines Hauses wie der Oper Stuttgart ist, das ihr eine auf mehrere Spielzeiten angelegte Entwicklungsperspektive bietet, empfindet sie als groses Glück.

 

Texte: Angela Beuerle

Wiederaufnahme

von G.F. Händels Alcina in der Regie von Jossi Wieler

und Sergio Morabito am 05. Oktober 2011

 

7 August 2011, El Paso Times (US)
Where Opera meets hot springs
Rossini ties together town's 2 claims to fame 

We attended two other operas written by Rossini contemporaries: Stefano Pavesi’s “Ser Marcantonio,” with the same story as Donizetti’s “Don Pasquale,” an old man lusting for a young woman;and the German premiere of Giuseppe Balducci’s “Il Noce Di Benevento” (three woman competing for the same man). Diana Haller, young mezzo-soprano from Croatia, sang the “pants” role of Alberto, the sought-after man. Keep Haller on your radar - her fantastic technique supporting a rich, warm voice reminded us of Marilyn Horne and other bel canto greats. 

Ruth Taber

19 Juli 2011, Klassikmagazin
Diana Haller erhält den Internationalen Belcanto-Preis
Mezzosopranistin wird auf dem Rossini-Festival Bad Wildbad ausgezeichnet

Diana Haller erhält in diesem Jahr den Internationalen Belcanto-Preis des Rossini-Festivals Bad Wildbad. Die Mezzosopranistin überzeugte die Jury beim diesjährigen Festival mit der Travestierolle als von allen Mädchen begehrter jugendlicher Liebhaber Alberto in der Opernrarität "Il noce di Benevento" von Giuseppe Balducci. Der Preis ist undotiert, beinhaltet aber ein Rollenangebot bei einem der nächsten Festivals von Rossini am Wildbad.

Geboren in Rijeka (Kroatien), begann die heute 24-jährige Sängerin ihre Studien bei Prof. Margareta Togunjac in ihrer Heimatstadt. Von 2005 bis 2008 studierte sie am Conservatorio Statale di Musica Giuseppe Tartini in Triest. Anschließend besuchte sie die Royal Academy of Music in London. Derzeit studiert Haller an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart. Während der Saison 2009/10 war sie Mitglied des Opernstudios an der Staatsoper Stuttgart und gab ihr Debüt als Knappe in Wagners Parsifal. In der Saison 2010/11 wurde sie als jüngstes Ensemblemitglied an die Staatsoper Stuttgart verpflichtet und begann die Saison mit der Laura in einer Neuproduktion von Verdis Luisa Miller. Im April 2011 gab Diana Haller mit der Titelpartie in Hasses Siroe, re di Persia ihr Debüt beim London Handel Festival.



16 Juli 2011, Online Musik Magazin
Wer anderen eine Grube gräbt
Giuseppe Balducci: Il noce di Benevento
Rossini in Wildbad Belcanto Opera Festival

Der Star des Abends ist die Mezzosopranistin Diana Haller als Alberto. Mit voluminösem Mezzo gestaltet sie die einzige Hosenrolle des gesamten Stückes, um die sich die drei Frauen streiten, sehr viril und mimt dabei glaubhaft den jungen Liebenden. Für diese überragende Leistung wird sie am Ende des Festivals mit dem internationalen Belcanto Preis 2011 ausgezeichnet, der auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr hoffen lässt. So gibt es am Ende großen und lang anhaltenden Applaus für alle Beteiligten, der sogar dazu führt, dass das zweite Finale noch einmal als Zugabe präsentiert wird.

Thomas Molke

8 Juli 2011, Die Deutsche Bühne
TRIUMPHALER BELCANTO-GESANG
Giuseppe Balducci: Il noce di Benevento

In der Hosenrolle des Alberto übertraf Diana Haller (Mezzosopran) allerdings alle: Sie präsentierte sich mit blühendem Stimmvolumen und dramatischer Schlagkraft. Präzise funktionierten leicht hingezauberte Arien, die zahlreichen Duette und Auftritte zu dritt. Schließlich kulminierten zum Abschluss der Kammer-Oper, an dem alle Protagonistinnen beteiligt waren, blitzende Koloraturen und glutvoller Belcanto-Gesang in einer triumphal versöhnlichen Stretta. Der Jubel des begeisterten Premiere-Publikums war entsprechend.

Eckehard Uhlig

4 Juli 2011, Schwarzwälder-Bote
Festival lockt Opernnachwuchs
Bad Wildbad

In diesem Jahr hat Intendant Jochen Schönleber während etlicher Vorsingen in Europa und den USA auch zwei Absolventen deutscher Musikhochschulen ausgewählt: die Mezzo-Sopranistin Diana Haller und den Bariton Christian Eberl. Die 24-jährige Diana Haller hat als Solistin bereits erste Erfahrungen auf internationalen Bühnen gesammelt, in Bad Wildbad wird sie in der komischen Oper "Il Noce Di Benevento (Der Hexenbaum von Benevent)" mit ihrem warmen, klangschönen Mezzo die Hosenrolle des Alberto singen. Haller sagt selbst über ihr Debüt: "Es ist für mich eine große Ehre, bei einem so bekannten Festival mitzuwirken und noch mehr wegen der Rolle, die mir angeboten wurde. Ich hoffe sehr, mit meinen Fähigkeiten die vergessene Figur des Alberto wiederbeleben zu können."



15 April 2011, OPERA Magazine London
HASSE - SIROE, Re di Persia
Ensemble Serse at St George’s - Hanover Square

Handel and Hasse both had starry casts. Handel had Senesino in the title role, Faustina (Hasse’s wife) and Cuzzoni as his leading ladies. Hasse’s Siroe both at the 1733 premiere and in London was Farinelli. The Ensemble Serse’s singers were also pretty stunning. In the title role, Diana Haller had the kind of voice one loves to hear: firm, exact, beautiful in timbre, fluent in divisions, regulated throughout a phrase, sounding the accents of anger without forcing and those of bliss in melting, lovely, never soggy tones.

Andrew Porter

28 September 2010, Stuttgarter Zeitung
Irgendein Himmel wird Mitleid haben
Markus Dietz debütiert in Stuttgart mit seiner Inszenierung von Verdis Melodramma "Luisa Miller"

Die Spurenelemente des Belcanto Bellinis, noch mehr Donizettis in Verdis Partitur stellen hohe Anforderungen an die Sänger: Verlangt werden die Grundtugenden eines schönen, stetigen Tons, ebenmäßiges Legato, kontrollierte Dynamik, vor allem Agilität für die Skalen, Schleifen und Triller. Die überzeugendste Sängerin, zudem die mit dem attraktivsten Timbre, steht an vorletzter Stelle des Besetzungszettels: Diana Haller als Bauernmädchen Laura, eine Partie von wenigen Takten.

Götz Thieme

3 December 2009, Stuttgarter Zeitung

Im vertrauen auf die Zukunft
Das neu gegründete Opernstudio stellt sich vor

Die großen Glanzlichter des Abends setzten die beiden Damen. Diana Haller hat alle Voraussetzungen zu einem veritablen Belcanto-Mezzo, weshalb sie im Duett von Rosina und Figaro in Rossinis „Barbiere“ Sung-Jun Park mit quirlig-schillerndem Parlando locker an die Wand sang. In Bernsteins „Candide“ brillierte sie als alte Dame im Duett mit der Sopranistin Pinelopi Argyropoulou als Kunigunde.

Annette Eckerle